Nationalparks ohne Aufpreis

US-Nationalparks ohne zusätzliche Gebühren für ausländische Besucher

Im vergangenen November kündigte das US-Innenministerium ein umstrittenes neues Gebührensystem für ausländische Besucher von elf der beliebtesten Nationalparks (davon neun im amerikanischen Westen) in den USA an. Seit dem 1. Januar 2026 müssen sie gemäß dieser neuen Gebührenstruktur 250 US-Dollar für den „America the Beautiful“-Pass zahlen, was mehr als das Dreifache dessen ist, was US-Bürger derzeit zahlen. Es gibt aber noch Nationalparks ohne Aufpreis für internationale Besucher.

Nicht ansässige Besucher, die sich gegen den Kauf einer Jahreskarte entscheiden, müssen zusätzlich zum regulären Eintrittsgeld eine Gebühr von $100 pro Person (nicht pro Fahrzeug, wie es bei früheren Eintrittsgebühren der Fall war) entrichten. Im Westen gilt dies für die Nationalparks Bryce Canyon, Glacier, Grand Canyon, Grand Teton, Rocky Mountain, Sequoia und Kings Canyon, Yellowstone, Yosemite und Zion.

Natürlich kann kein anderer Nationalpark einen Grand Canyon oder Yellowstone ersetzen. Wer die aber schon gesehen hat, kann sich auf Alternativen begeben, bei denen man genauso faszinierende Landschaften, unvergessliche Wanderungen oder einen tollen Roadtrip erleben kann – jedoch ohne zusätzliche Kosten oder Menschenmassen.

Canyonlands – Utah

Canyonlands bietet eine spektakuläre Landschaft aus rotem Fels und atemberaubende Aussichtspunkte. Farbenfrohe Felsen und Landschaften, tiefe Schluchten und Felsmalereien – eine magische Wildnis im Herzen von Utah. Dafür ist Canyonlands – Utah’s größter Nationalpark – bekannt. Der ca. 1.300 qkm große Abenteuer-Spielplatz außerhalb Moab, zieht nicht nur Natur- und Sportliebhaber an sondern auch Kulturinteressierte und Ruhesuchende. Man könnte den Rest seines Lebens hier verbringen und doch nie alles erkunden.

Nationalpark Canyonlands
@Utah Office of Tourism

Kurze Wanderwege führen zum berühmten Mesa Arch und auch zum Grand View Point. Wer sich nicht vor der Hitze im Sommer scheut, der kann sich bei einer Wildwasser-Rafting-Tour auf dem Colorado River abkühlen und den Adrenalinspiegel etwas in die Höhe treiben. Am Abend muss man unbedingt zur „Island in the Sky“, um dort den atemberaubenden Sternenhimmel zu bewundern.

Einen ausführlichen Bericht über Canyonlands Nationalpark gibt es hier

 

Big Bend – Texas

Big Bend Nationalpark, an der Grenze zwischen Texas und Mexiko, bietet ein eindrucksvolles Wüstenerlebnis mit schroffen Flussschluchten, bewaldeten Bergwegen und Sternebeobachtungen in der Chihuahua-Wüste. Ein einfacher, 2,5 km langer Weg führt durch die steilen Kalksteinwände des Santa Elena Canyon.

Der 3.237 qkm große Nationalpark enthält drei grundlegende Lebensräume: Fluss, Wüste und Berge. Big Bend umfasst den größten geschützten Bereich der Chihuahua Wüste in den Vereinigten Staaten. Der Rio Grande bildet seine südliche Grenze und er ist der einzige Park, der eine komplette Bergkette enthält, die Chisos Mountains. Die immense Größe von Big Bend und seine niedrige Besucherzahl bieten etwas, was heutzutage für viele Menschen immer wichtiger wird – große Einsamkeit und Ruhe. Und all das umgeben von einer gewaltigen Natur.

Nationalparks Big Bend
@Big Bend Tourism

Eine „große Biegung” des Rio Grande im Südwesten von Texas gab dem Nationalpark seinen Namen „Big Bend”. Obwohl der Park hauptsächlich durch seine dramatische Schönheit und die fabelhaften Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung imponiert, hat er auch eine reiche kulturelle Vergangenheit. Ureinwohner lebten in Big Bend oder zogen durch das Gebiet für Tausende von Jahren. Ihre Anwesenheit wird durch Piktogramme und archäologischen Stätten belegt. Seit mehreren Hundert Jahren ist Big Bend die Heimat für weiße Bewohner, aber von der Existenz des Rio Grande wissen Nicht-Indianer erst seit 150 Jahren.

Big Bend Nationalpark ist übrigens auch ein internationales „Dark Sky Reservat

Einen ausführlichen Bericht über den Big Bend Nationalpark gibt es hier

 

Lassen Volcanic – California

Der in der Nordost Ecke Kaliforniens gelegene Lassen Volcanic Nationalpark zählt zu einem der beliebtesten Ausflugsziele der Region. Besucher finden hier nicht nur eine atemberaubende Landschaft sondern eine Wunderwelt mit heißen Quellen, dampfenden Schwefelschloten und blubbernden Schlammkesseln.

Diese sprudelnden geothermischen Phänomene, dampfenden Fumarole und Vulkanlandschaften spiegeln die geologische Aktivität wider. Am besten startet man bei Bumpass Hell, dem größten hydrothermalen Gebiet des Parks, wo sich Holzstege an kochenden Schlammquellen und zischenden Schloten vorbeischlängeln. Es ist der geologisch aktivste Ort im Vulkangebiet. Hölle (Hell) ist auch genau die richtige Wortwahl. Denn hier kocht, zischt und stinkt es am meisten. Aus den Bodenspalten steigen riesige Nebelschwaden und übelriechende Gase auf und man fühlt sich wie in einer mystischen Märchenwelt, wo ein Hexentrunk gebraut wird. Ein Brettersteg ermöglicht das ungefährliche Begehen. Der Weg zu Bumpass Hell ist leicht zu bewältigen und es empfiehlt sich, auch einen Abstecher auf einen kleinen Nachbarpfad zu machen, denn von dort aus kann man auf verschiedene Gipfel schauen, die Überreste des riesigen Mount Tehama sind, der vor einer halben Million Jahre ausbrach. Weitere hydrothermal aktive Gebiete, jedoch nicht ganz so spektakulär wie Bumpass Hell, sind Devils Kitchen, Spring Lake und Sulphur Works.

Nationalparks Lassen Volcanic
@NPS

Für einen aktiveren Ausflug kann man zum Gipfel des Lassen Peak wandern, um einen atemberaubenden Blick auf die umliegende Wildnis zu genießen. Im Sommer bietet sich eine erfrischende Paddeltour auf dem Manzanita Lake an.

Einen ausführlichen Bericht über den Lassen Volcanic Nationalpark gibt es hier

 

Wrangell–St. Elias – Alaska

Wrangell-St. Elias ist der größte Nationalpark der USA. Mit einer Fläche von 53.320 qkm ist der Park so groß wie der Yellowstone Nationalpark, der Yosemite Nationalpark und die Schweiz zusammen! Ca. 33.682 qkm entfallen auf den eigentlichen Nationalpark, und 19.638 qkm auf die angrenzende National Preserve. Wrangell-St. Elias erstreckt sich vertikal vom Pazifik bis auf eine Höhe von 5.489 Metern am Mount St. Elias, dem zweithöchsten Berg der USA und Kanadas.

In dieser wilden Landschaft leben die Menschen nach wie vor von dem, was das Land hergibt, so wie sie es schon seit Jahrhunderten tun. Dieses raue, wunderschöne Land bietet unzählige Möglichkeiten für Abenteuer.

Nationalparks Wrangell-St. Elias
@NPS/Kayla Kimball

Wrangell-St. Elias Nationalpark und Naturschutzgebiet imponiert mit hoch aufragenden Gipfeln, einer weitläufigen Wildnis und einer immensen Abgeschiedenheit. Er ist nur einer von drei Nationalparks in Alaska,  der mit dem Auto erreichbar ist. Diesen Park erkundet man am besten mit einem Reiseleiter. Wer den Park doch lieber auf eigene Faust erkunden will, für den empfiehlt sich ein Aufenthalt in der Kennicott Glacier Lodge.

Zu erkunden gibt es hier eine ganze Menge. Auf der McCarthy Road sowie in den Ortschaften McCarthy und Kennecott wird Geschichte lebendig. Die McCarthy Road verläuft teilweise auf der Trasse der ehemaligen Copper River & Northwestern (CR&NW) Railway, beginnt in der Ortschaft Chitina und endet 800 Meter vor McCarthy. Acht km vom Ende der McCarthy Road entfernt befinden sich das Kennecott Mines National Historic Landmark und das Kennecott Visitor Center.

Kennecott ist übrigens auch bekannt als Geisterstadt. Einen kurzen Bericht darüber gibt es hier

 

Badlands – South Dakota

Badlands Nationalpark präsentiert sich mit einer geologischen Dramatik: faszinierende Felsformationen, weitläufige Aussichtspunkte und malerische Landschaften. Die raue Schönheit der Badlands zieht Besucher aus aller Welt an. Diese beeindruckenden geologischen Ablagerungen – am besten ersichtlich auf den korallenfarbenen, bröckelnden Klippen entlang der Badlands Loop Road – beherbergen eines der fossilreichsten Vorkommen der Welt. Der 16 km langen Castle Trail ist der der längste Wanderweg des Parks.  Roberts Prairie Dog Town im westlichen Teil des Parks, wo kleine Nagetiere über die Graslandschaften tummeln, sorgen für eine humorvolle Abwechslung.

Einst durchstreiften hier Urpferde und Nashörner die Landschaft. Auf einer Fläche von 983 qkm schützt der Park eine ausgedehnte Mischgrasprärie, in der heute Bisons, Dickhornschafe, Präriehunde und Schwarzfußfrettchen leben.

Nationalparks Badlands
@South Dakota Tourism/Chad Coppess

Der nahegelegene Wall Drug Store ist ein skurriler Anziehungspunkt und der wohl am besten ausgestattete Souvenirladen. Dort gibt es nichts was es nicht gibt. Von der Kopfschmerztablette bis hin zu $500 teuren Lucchese Cowboystiefeln kann man hier alles bekommen. Wall Drug Store lockt die Autofahrer seit 1931 mit seinem kostenlosen Eiswasser in den Laden; und das ist immer noch so. Mittlerweile hat sich der Drug Store zu einem ca. 7.000 qm großen Einkaufszentrum ausgeweitet. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, sowas sieht man nicht alle Tage.

Der Badlands Nationalpark birgt eine Vielzahl von Geschichten. Ganz gleich, ob man sich für 75 Millionen Jahre alte Fossilien, archäologische Funde aus der Zeit vor 12.000 Jahren oder die jüngsten Beobachtungen der Mischgrasprärie des Parks interessiert.

Einen ausführlichen Bericht über Badlands Nationalpark gibt es hier 

 

North Cascades – Washington

Weniger als drei Stunden von der Großstadt Seattle entfernt lockt eine alpine Landschaft. Der North Cascades Nationalpark besticht durch dichte Wälder, kühle, aquamarinfarbene Flüsse und gletscherbedeckte Gipfel. Die meisten Reisenden erkunden diesen abgelegenen Park bei einer Autofahrt über die Hauptstraße des Parks. Hier entdeckt man Lebewesen, die sich im Westen an die Feuchtigkeit und im Osten an wiederkehrende Brände angepasst haben. Zu erkunden gibt es schroffe Gipfel, die von mehr als 300 Gletschern gekrönt werden, und rauschende Wasserfälle in bewaldeten Tälern. Eine Landschaft, die sehr empfindlich auf den Klimawandel reagiert.

Nationalparks North Cascades
@NPS/Andy Porter

Unerschrockene Entdecker sollten jedoch den weniger begangenen Weg wählen und die 27 km zu Fuß zurücklegen oder mit der Fähre ins autofreie Stehekin übersetzen. Diesen Ort sollte man unbedingt besuchen – ein Tal, das von den Gipfeln der North Cascades umgeben ist.

Als wichtiger Zwischenstopp entlang des Pacific Crest Trail bietet dieses reizvolle Städtchen waldreiche Unterkünfte, Reitställe und Fahrradverleihe für alle, die neben dem Wandern noch weitere Aktivitäten suchen.

Eintritt im North Cascades Nationalpark ist kostenlos.

 


Share:

Spiritofthewest