Adam Beach – Indianerspuren in Hollywood

Hollywoodstars schmücken sich gerne mit dem Faktum, dass sie indianische Vorfahren haben. Doch die meisten amerikanischen Ureinwohner werden in Westernfilmen von geschminkten Bleichgesichtern gespielt. Anders ist das bei dem kanadischen Schauspieler Adam Beach, ein gebürtiger Anishinaabe Indianer. Er gehört zwar in Deutschland noch zu den eher unbekannten Schauspielern, doch in den letzten Jahren klettert er die Karriereleiter beständig nach oben und wir werden bestimmt bald mehr von ihm hören und sehen.

Harte Kindheit

Nördlich des Winnipeg Sees in Kanada wurde er im Dog-Creek-Reservat geboren. Als kleiner Junge mit gerade mal sieben Jahren musste er die ersten Schicksalsschläge hinnehmen. Seine im achten Monat schwangere Mutter kam bei einem Autounfall tödlich ums Leben; zwei Monate später ertrinkt sein Vater im Winnipeg See. Mit seinen beiden Brüdern wurde er von den Großeltern aufgezogen. Die erkannten schon in frühen Jahren Adam’s Talent und förderten ihn so gut sie konnten. Bereits in der Schule begeisterte er sich für Theater und Musik. Neben Schauspielunterricht gründete er auch eine Heavy Metal Band mit dem Namen Lethic.

Einzug in Hollywood

Mit 18 Jahren hatte er 1990 sein Filmdebüt im kanadischen Drama „Lost in the Barrens – Allein in der Wildnis“. Der Film spielt in den 30ern inmitten der bildschönen Landschaft Kanadas und thematisiert die Indianerproblematik der damaligen Zeit. Es folgten weitere kleine Rollen und dann auch größere zum Beispiel in „Tanz mit einem Mörder – Dance me Outside“ (1994). Dieser Film machte Adam in den USA bekannt, als er den Preis „Bester Schauspieler“ beim American Indian Film Festival gewann. Es folgten Auftritte in TV-Serien wie „Walker, Texas Ranger“, „Hawaii Five-O“ und „Law and Order – SVU“ sowie auf der großen Leinwand in „Sein Name war Hass – A Boy called Hate“ (1995) oder „Mystery – New York: Ein Spiel um die Ehre“ (1999). Den echten Durchbruch schaffte er dann 2002 in John Woos Kriegsverfilmung „Windtalkers“. Für die Rolle lernte er die Sprache der Navajo, was ihm weitere Inszenierungen verschaffte. Unter Regisseur Clint Eastwood porträtierte er 2006 einen Marinesoldaten, in dem auf wahren Begebenheiten beruhenden Kriegsfilm Drama, „Flags of our Fathers“. Adam Beach spielt einen der Soldaten, die, während der zweite Weltkrieg nicht nur in Europa tobte, sondern auch im Pazifik, bei der Schlacht von Iwo Jima, die amerikanische Flagge auf dem Berg Suribachi hissten. Bei Preisverleihungen hat er sechsmal gewonnen und zusätzliche neun Nominierungen erreicht, eine davon für einen Golden Globe mit dem historischen Fernsehfilm „Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses – Bury My Heart at Wounded Knee“ (2007).

2011 spielte er in „Cowboys & Aliens“, einem US-amerikanischen Science-Fiction-Film, mit Daniel Craig, Harrison Ford und Olivia Wilde in den Hauptrollen. Ebenfalls in 2011 kehrte Adam Beach nach Kanada zurück, um in der Fernsehserie „Arctic Air“ mitzuwirken. Eine weitere TV Rolle stand auf dem Plan für 2015 als er in mehreren Episoden von „Backstrom“ die Rolle des Sheriff Jesse Rocha übernahm. Im Jahr 2018 spielte er Black Hawk in „Hostiles“ mit Christian Bale und Wes Studi.

Indianische Werte

Seine schauspielerischen Fähigkeiten in mehr als 60 Filmen und Fernsehserien sind tief verwurzelt mit seiner Herkunft. Das spirituelle Leben hat für ihn einen hohen Stellenwert, denn es ist in der indianischen Religion und Lebensweise von großer Bedeutung. Jede Pflanze, jedes Tier, selbst die Steine und der Boden besitzen eine Seele, die wiederum von anderen Seelen abhängig sind. Die Erde gehört nach Ansicht der Indianer dem Großen Geist. Dem Menschen ist sie zur Nutzung geliehen worden. Jeder Stamm hat seine eigenen Zeremonien, um die Natur zu ehren. Adam Beach hilft ein sogenanntes Gras Tanz Ritual, seine Mitte zu finden und seine spirituelle Entwicklung zu fördern.

Seine Bekanntheit nutzt der Schauspieler unter anderem, um an Schulen und in der Öffentlichkeit Vorträge über die amerikanischen Ureinwohner zu halten. Er hält es für wichtig, dass die indianische Kultur überlebt und alte Traditionen wieder aufleben. Er ermutigt die Kinder, ihre Stammessprache zu erhalten oder neu zu erlernen, genauso wie alte Kunsthandwerke, Rituale und Zeremonien wieder zum Leben zu bringen.

In seiner Freizeit spielt Adam Beach gerne Eishockey und, wie in seiner Jugend, hat er eine eigene Band, die 1997 ins Leben gerufen wurde, „Jesus Murphy“. Er geht auf Tour, singt und spielt Gitarre. Aus seiner ersten Ehe hat er 2 Söhne, und mit seiner jetzigen Ehefrau eine Tochter namens Phoenix, die ihm wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Geheime Quellen sagen ihm nach, dass er ein Finanzgenie sei und immer genau die richtigen Investitionen schnuppert. Als lebendiger Beweis, dass auch ein Indianer in der Hollywoodszene mitspielen kann, gründet er das Adam Beach Filminstitut. Jeder soll seinen Traum leben können, sagt er, deshalb ermöglicht er jungen Menschen indigener Herkunft zwischen 18 und 30 Jahren am Förderungsprogramm teilzunehmen. Adam Beach versucht mit seinem Filminstitut, dass ein Traum für junge Indianer zur Wirklichkeit werden kann.

Derzeit hat er zwei Filme in Postproduktion. „The Power of the Dog“ ist ein Drama, geschrieben und inszeniert von Jane Campion, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Thomas Savage. Der Film wird in diesem Jahr auf Netflix veröffentlicht werden. Und „Swan Song“ ist ein amerikanisches Drama; ein Veröffentlichungsdatum wurde noch nicht bekannt gegeben.


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