Bisti Badlands

Die Bisti/De-Na-Zin Wilderness ist eine hügelige Badlands-Landschaft, die einige der ungewöhnlichsten Landschaften der Four Corners-Region bietet. Zeit und Naturgewalten haben eine Fantasiewelt aus seltsamen Felsformationen geschaffen, die aus abwechselnden Schichten aus Sandstein, Schiefer, Tonstein, Kohle und Schluff bestehen. Durch die Verwitterung des Sandsteins entstehen Hoodoos – verwitterte Felsen in Form von Felsspitzen, Türmen, Kappen und anderen ungewöhnlichen Gestalten. In dieser sedimentären Landschaft kommen viele Fossilien vor.

Bisti Badlands

Aus der Sprache der Navajo übersetzt bedeutet Bisti (Bis-tie) „ein großes Gebiet mit Schieferhügeln“. De-Na-Zin (Deh-nah-zin) leitet sich von den Navajo-Wörtern für „Kraniche“ ab. Besucher können hier wandern, zelten, reiten, fotografieren und Wildtiere beobachten.

Zwischen Mondlandschaft und Märchenwelt

Es gibt Orte, die sich nicht sofort erschließen. Die Bisti/De-Na-Zin Wilderness im Nordwesten von New Mexico ist genau so ein Ort. Wer hierherkommt, sucht keine klassischen Sehenswürdigkeiten, keine Besucherzentren, keine ausgeschilderten Wege. Stattdessen findet man Stille, Weite und eine Landschaft, die wirkt, als hätte jemand ein Stück eines fremden Planeten auf die Erde gelegt.

Schon die Anfahrt ist Teil des Erlebnisses. Stundenlang fährt man durch karge High-Desert-Landschaft, bis schließlich nichts mehr bleibt außer Staubstraßen und Horizont. Und dann, ganz plötzlich, beginnt sie: diese bizarre Welt aus grauen, violetten und ockerfarbenen Hügeln, geformt aus Millionen Jahren Sedimentgestein.

Diese merkwürdigen Hoodoos aus Sandstein und Schiefer sind alles, was nach diesen Jahren der Erosion in der Bisti/De-Na-Zin Wilderness übriggeblieben ist. So ist ein surreales Sammelsurium aus wild geformten Monolithen, verwitterten Sandstein-Hoodoos, scharfkantigen Schieferzinnen und Felsen entstanden, die gefährlich auf anderen Felsen balancieren.

Bisti Badlands

Eine Landschaft wie aus einer anderen Welt

Die Bisti Badlands – wie die Region oft genannt wird – bestehen aus stark erodierten „Badlands“, einer geologischen Formation, die durch Wind und Wasser zu bizarren Formen modelliert wurde. Überall ragen diese Hoodoos aus dem Boden: dünne Felssäulen mit „Hüten“ aus härterem Gestein, die wie Skulpturen wirken.

Was mich beim ersten Blick wirklich überrascht hat, ist die Stille. Kein Vogelruf, kein Rascheln von Bäumen – nur Wind. Und dieser Wind scheint über Jahrtausende hinweg genau das geschaffen zu haben, was man heute sieht: Pilzförmige Felsen, zerklüftete Canyons, fragile Bögen und Strukturen, die jeder Logik trotzen.

Bisti Badlands

Die wichtigsten Highlights – wenn man sie findet

Ganz wichtig vorab: Unbedingt einen Mietwagen mit GPS/Navi. Es gibt kaum markierte Wege. Schon nach wenigen Minuten verliert man den Blickkontakt zum Parkplatz – und damit oft auch die Orientierung. Denn das ist die Sache: Es gibt hier keine klassischen Wege. Wer die Highlights sehen will, muss sie suchen.

Egg Hatchery
Ein Feld aus steinernen Kugeln, die aussehen wie überdimensionale Dinosauriereier. Sie liegen verstreut in einer Senke und wirken fast surreal – als würde jeden Moment etwas daraus schlüpfen.

City of Hoodoos
Ein Areal, in dem sich die charakteristischen Felstürme besonders dicht drängen. Besonders bei tief stehender Sonne entstehen hier dramatische Schatten – ein Paradies für Fotografen.

Alien Throne
Ein einzelner, thronartiger Felsen, der wie aus einem Science-Fiction-Film wirkt. Einer dieser Orte, bei denen man automatisch stehen bleibt und sich fragt: Wie kann so etwas natürlich entstehen?

Versteinerte Zeugnisse der Urzeit
Die Region war vor etwa 70 Millionen Jahren Teil eines urzeitlichen Küsten- und Sumpfgebiets. Noch heute finden sich Fossilien in den Gesteinsschichten – ein stiller Hinweis auf eine völlig andere Welt, die hier einst existierte.

Bisti/De-Na-Zin Wilderness

Ein Ort für Stille, Licht und Geduld

Die besten Momente erlebt man früh morgens oder kurz vor Sonnenuntergang. Dann verwandelt sich die ohnehin surreale Szenerie in ein Spiel aus Licht und Schatten. Fotografen lieben diesen Ort – und trotzdem ist er erstaunlich wenig besucht.

Nachts wird es noch eindrucksvoller: fernab jeder Lichtverschmutzung spannt sich ein Sternenhimmel über die Badlands, der fast ebenso unwirklich erscheint wie die Landschaft selbst.

Praktische Hinweise:

So faszinierend dieser Ort ist – er verlangt Respekt, denn es gibt kein Wasser und keine Infrastruktur. Unbedingt genügend Wasser mitbringen.
Die Temperaturen sind extrem – im Sommer extrem heiß, im Winter eisig kalt.
Navigation, wie schon erwähnt, am besten mit GPS, Karte und/oder Kompass. Ein gutes Orientierungsgefühl hilft, sollte man sich aber nicht unbedingt darauf verlassen.
Naturschutz – die empfindlichen Formationen dürfen nicht bestiegen oder beschädigt werden. Bitte auf jeden Fall berücksichtigen.

Bisti/De-Na-Zin Wilderness

Die Bisti/De-Na-Zin Wilderness ist kein klassisches Reiseziel. Sie ist rau, unzugänglich und verlangt Vorbereitung.

Aber genau darin liegt ihre Magie. Wer bereit ist, sich auf diese Leere einzulassen, wird mit einer der ungewöhnlichsten Landschaften Nordamerikas belohnt – einer, die nicht nur fotografiert, sondern erlebt werden will. Und vielleicht ist das das Schönste an diesem Ort: Dass man ihn nie ganz versteht.

Bisti Badlands ist ganzjährig geöffnet. Den Bisti Trail erreicht man von der Kleinstadt Farmington aus;  den De-Na-Zin-Trailhead von Bloomfield.

Übrigens, Navajo Tours USA bietet geführte Touren. Diese fünfstündigen Touren vermitteln sowohl die Geschichte der Landschaften als auch deren kulturelle Bedeutung für das Volk der Navajo.

Bisti/De-Na-Zin Wilderness

Photos: BLM New Mexico


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