Rocky Mountain Nationalpark

Das  Herz der amerikanischen Höhenluft

Ursprüngliche Wildnis fühlt jeder Besucher in Amerikas faszinierende Nationalparks. Einer der schönsten in den USA ist der im nördlichen Teil von Colorado gelegene Rocky Mountain Nationalpark, der unter Insidern auch das Dach der Welt genannt wird. Mehr als 100 spektakuläre Berge mit Höhen bis über 3000 Meter begeistern die Besucher der Rockies. Der Park ist ein Paradies für Naturliebhaber, Wanderer und Abenteurer.

Über endlose Bergketten hinweg schimmern Schneefelder selbst im Sommer, und der Himmel scheint näher als anderswo. Nur gut 120 Kilometer nordwestlich von Denver gelegen, ist der Park ein Monument der Natur – und ein Traumziel für alle, die den authentischen Westen suchen.

Eine Landschaft der Extreme

Der größte Teil des Parks besteht aus einer Kältesteppe. Über 1.000 Quadratkilometer geschützte Wildnis – vom sanften Talboden bis zu den kargen Höhen der alpinen Tundra. Charakteristisch für diesen Vegetationstyp ist eine offene baumfreie Landschaft, die von Flechten, Moosen, Gräsern und Zwergsträuchern dominiert wird und dem Besucher meist unberührte endlose Natur verspricht.

Die berühmte Trail Ridge Road, die höchstgelegene durchgehende Straße Nordamerikas, windet sich auf über 3.700 Meter hinauf. Die spektakuläre Panoramastraße verbindet den östlichen mit dem westlichen Teil des Parks, ist allerdings in den Wintermonaten geschlossen. Auf dieser 77 km langen Fahrt überquert man die kontinentale Wasserscheide und durchquert nicht nur Höhenzonen, sondern ganze Klimazonen – von duftenden Fichtenwäldern bis zu windgepeitschten Felskuppen, wo nur Moose und Flechten überleben. Es bieten sich wunderschöne Aussichten auf Gletschermoränen und Schneefelder. Ihr höchster Punkt liegt ganz in der Nähe des Fall River Passes auf einer Höhe von 3700 Metern. Es gibt zahlreiche Aussichtspunkte und Lehrpfade, deren Erkundung sich absolut lohnt. Wer ohne Auto unterwegs ist, kann an Bustouren teilnehmen, die in diesem Jahr zahlreich angeboten werden. Bereichert wird das Programm mit Tagesausflügen und Spezial-Veranstaltungen wie Pflanzenkunde- und Tierbeobachtungstouren unter der Leitung von echten Park-Rangern, die ihr umfangreiches Wissen gerne weitergeben und alle Techniken und Tipps vermitteln, um den Park Sommer wie Winter besser erkunden zu können.

Rocky Mountain Nationalpark
@Jacob W. Frank/CTO

Im Westen des Parks breiten sich dichte Wälder und kristallklare Bergseen aus, während der Osten für seine offenen Täler und dramatischen Panoramen bekannt ist. Besonders im Morgenlicht, wenn Nebelschwaden über den Wiesen tanzen, zeigt sich die wilde Seele Colorados von ihrer poetischsten Seite.

Wildtiere auf Augenhöhe

Die Tierwelt ist so vielfältig wie die Region selbst und hat sich an die extremen Wetterbedingungen in dieser Höhenlage angepasst. Unterschiedliche Vegetationsstufen und abgeschiedene Landschaften bilden eine gute Lebensgrundlage für eine Vielzahl wilder Tiere. In den kühlen Morgenstunden ziehen Elche durch das Moraine Park Valley, Dickhornschafe klettern scheinbar mühelos über steile Felsen, und mit etwas Glück sieht man einen Schwarzbären durch den Wald streifen. Auch Pfeifhasen und Murmeltiere huschen zwischen den Felsen – perfekt für Naturfotografen, die Geduld mitbringen.

Im Herbst erfüllt das unverwechselbare Röhren der Wapiti-Hirsche die Täler – ein Schauspiel, das Tierliebhaber aus aller Welt anzieht.

Wolfsrudel, Bison, Elch, Biber, Murmeltiere und mehr als 200 Vogelarten teilen sich das Areal. Die eindrucksvollsten Bewohner in freier Wildbahn sind der fast ausgerottete Berglöwe oder auch Puma und der Schwarz- oder Grizzlybär.

Black Bear
@NPS/Ann Schonlau

Auch Blumenfreunde kommen nicht zu kurz. In der knappen Wachstumsperiode von zehn bis zwölf Wochen gedeihen viele kleinwüchsige Wildblumen wie Schlüsselblumen, Primeln, Prunkwinden, Butterblumen, Phlox oder Hahnenfuß. Schon vor der Schneeschmelze werden Sie mit der Blütenpracht der ausgefallenen Wildblumenarten belohnt, an der man sich nicht satt sehen kann. Zur Fauna im Park gehören auch winzige Heidelbeeren, Brombeeren und Himbeeren. Desweitern findet man Blutwurz, Arnika und die kanadische Akelei, das Wahrzeichen Colorados. Freiwillige Helfer und Gruppen haben sich anlässlich des Jubiläumsjahrs zusammengeschlossen, unterstützen die Nationalpark-Verantwortlichen und setzen sich für den Erhalt der ursprünglichen Flora ein.

Rocky Mountain Nationalpark
@NPS/Crystal Brindle

Wandern zwischen Himmel und Erde

Mit über 560 Kilometern an Wegen ist der Rocky Mountain Nationalpark ein Paradies für Wanderer. Ob gemütlicher Spaziergang um den Bear Lake, die Tour zum türkisfarbenen Emerald Lake oder die Herausforderung des Longs Peak, einer der „Fourteeners“ Colorados – hier findet jeder seinen persönlichen Gipfelmoment. Wer die alpine Stille sucht, sollte sich früh auf den Weg machen. Noch vor Sonnenaufgang, wenn der erste goldene Schimmer die Bergspitzen küsst, ist der Park am eindrucksvollsten.

Wer Natur pur oberhalb der Baumgrenze erleben möchte, tut das am besten zu Fuß, zu Pferd, mit dem Mountainbike oder im Winter auch mit Schneeschuh und Langlaufski. Ein 560 Kilometer langes Wegenetz sorgt für vielfältige Abwechslung. Man kann hier tagelang verweilen und Ausblicke genießen, die sonst nur den einheimischen Vögeln vorbehalten sind. Selbst in der Hauptsaison findet man touristisch reizvolle Routen ohne auch nur einer Menschenseele zu begegnen. Die Schönheit der Gegend verzaubert. Saftige Wiesen, sprudelnde Wildwasser, rasende Flüsse und Bäche, beeindruckende Tafelberge öffnen sich hin zu tiefen Felsschluchten, deren Kontouren sich bei rosa-violettem Sonnenuntergang in eine fast unwirkliche Märchenwelt verwandeln.

Rocky Mountain Nationalpark
@NPS

Wichtig sind das richtige Schuhwerk und zu jeder Jahreszeit eine warme Jacke, denn das Wetter ist durch die unterschiedlichen Höhenlagen extrem – es kann sogar im Juli Schnee geben. Besonders beliebt bei den Wanderern ist der wohl bekannteste Weg durch die Bergformationen, der Ute-Trail, der einst vom Stamm der Ute- und Arapaho-Indianer auf ihren Marschrouten zu ausgewählten Sommer- und Winterjagdgebieten genutzt wurde. Auf diesem Weg wirkt das Magische des Parks ganz besonders intensiv. Es lohnt sich deshalb, sich eine Sondererlaubnis zu besorgen, um einige Tage mit Zelt auf einem einzigartigen Naturabenteuer in den Bergen in aller Einsamkeit zu verbringen und sternenklare Nächte zu erleben.

Rocky Mountain Nationalpark
@NPS/John Marino

Beste Reisezeit

Rocky Mountain Nationalpark ganzjährig geöffnet. Der Sommer ist ideal für Wanderungen und die Erkundung auf den landschaftlich schönen Panoramastraßen. Im Herbst erlebt man den Farbenrausch der Espen und die Brunftzeit der Elche. Und im Winter kann man Schneeschuhwanderungen machen bei denen man eine beruhigende Stille und glitzernde Schneelandschaft genießt.

Der Park verfügt über mehrere Besucherzentren. Mehr Infos darüber und aktuelle Reiseinformationen findet man auf der Webseite https://www.nps.gov/romo

Vom 23. Mai bis Mitte Oktober ist eine zeitlich begrenzte Reservierung erforderlich, um alle Bereiche des Rocky Mountain Nationalparks (einschließlich abgelegener Gebiete wie Lily Lake, Longs Peak, Lumpy Ridge und East Inlet Trail) zu bestimmten Tageszeiten zu betreten und zu besuchen. Das zeitgesteuerte Reservierungssystem für den Rocky Mountain Nationalpark, regelt den Zugang von Tagesbesuchern so, dass ein positives Besuchererlebnis gewährleistet ist, die Sicherheit gefördert wird, der Park seinen täglichen Betrieb aufrechterhalten kann und die Ressourcen des Parks geschützt werden.

Eintritt pro Fahrzeug $30/$35 plus zusätzlich $100 pro Person für internationale Besucher. Der America The Beautiful Pass kostet $250. Mehr Info über Eintrittspreise und Reservierung gibt es unter https://www.nps.gov/romo/planyourvisit/timed-entry-permit-system.htm

Ute Trail
@NPS

Ein Schatz, den es zu bewahren gilt

Die Rocky Mountains zählen neben dem Himalaya-Gebirge und den Alpen zu den meist bedrohten Bergregionen der Welt. Durch die Erwärmung der Erdatmosphäre schmelzen Gletscher, trocknen Flüsse und Seen aus und die milderen Winter helfen Baumschädlingen, wie dem Borkenkäfer, sich explosionsartig zu vermehren. Sie zerstören riesige Baumbestände. Auch der Skitourismus gefährdet das empfindliche Ökosystem der Rockies. Schnelles Umdenken ist gefragt, um die einzigartige Landschaft auf Dauer erhalten zu können.

Seit seiner Gründung 1915 steht der Rocky Mountain Nationalpark für den Schutz unberührter Berglandschaft. Heute ist er nicht nur ein Symbol für den amerikanischen Naturschutz, sondern auch ein Ort, an dem Besucher wieder spüren können, was Wildnis bedeutet – Freiheit, Stille und Erhabenheit..

Rocky Mountain National Park
@NPS

Rocky Mountain Nationalpark

Estes Park ist der östliche Eingang zum Nationalpark; Grand Lake der westliche.
Mehr Info und Details findet man unter www.nps.gov/romo * Tel: 970-586-1206

Rocky Mountain Nationalpark
@NPS/Crystal Brindle

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