Historische Old West Hotels

Historische Old West Hotels haben eine besondere Anziehungskraft, besonders wenn der Glanz der alten Tage bewahrt wird. Man fühlt sich in die wilde Westernzeit zurückversetzt, wenn man im Saloon seinen Drink einnimmt oder in einem der restaurierten Hotelzimmer, in denen schon Butch Cassidy oder Präsident Roosevelt gastierten, übernachtet. Die Hotels sind natürlich dem heutigen Standard angepasst, manche leider zu sehr modernisiert in der Ausstattung, andere wiederum nicht genügend. Hier stellen wir Ihnen einige der historischen Hotels vor, in denen man auch heute noch, trotz Restaurierung und Renovierung, den Charme des alten Westens erleben kann.

Copper Queen Hotel
Bisbee, Arizona; gegr. 1902

Copper Queen Hotel, Bisbee

Schwingtüren kann man nicht zusperren! Und deshalb ist das Copper Queen Hotel seit Februar 1902 kontinuierlich geöffnet. Damals hatte die Copper Queen Consolidated Mining Company entschieden, dass sie einen Platz für ihre Würdenträger und Investoren benötigten. Zu der Zeit war Copper Queen eines der schicksten Hotels im Westen. Im ersten Stock befanden sich Mosaikfliesen aus Italien, eine Rezeption aus Eiche und – angeblich – eine mit Tiffany-Glas ausgestattete Kuppel. Es verfügte ursprünglich über 72 Zimmer mit Gemeinschaftsbad auf jeder Etage. Diese wurden renoviert und jedes Zimmer erhielt ein privates Bad; somit reduzierte sich die Anzahl auf aktuell 48. Bei den individuell eingerichteten Zimmern wurde die historische, viktorianische Eleganz ideal gepaart mit zeitgemäßem Komfort.

Viele Hotelgäste würden sich beschweren, wenn sie nachts von Klopfen geweckt würden oder wenn ihre Sachen auf mysteriöse Weise aus ihren Kommoden verschwinden. Nicht so im Copper Queen. Dass es im Hotel spukt, ist weltweit bekannt. Die Besitzer haben Spaß mit ihren Gästen, wenn sie jeden Donnerstagabend eine „Geisterjagd“ anbieten. Unter den Gästen aus Fleisch und Blut befanden sich Marlon Brando, Lee Marvin und John Wayne, der, nachdem er sich im Saloon sehr wohl gefühlt hatte, die Nacht häufig in dem Raum verbrachte, der jetzt seinen Namen trägt.

Hotel Colorado
Glenwood Springs, Colorado; gegr.
1893

Hotel Colorado, Glenwood Springs, Colorado

Einige sagen, das historische Hotel Colorado in Glenwood Springs sei die „Grand Dame der Rockies“. Silberbaron und Bankier Walter Devereux kaufte 1887 vier Hektar Land in Glenwood Springs und erbaute das Hotel für 850.000 US-Dollar, als eine Nachbildung der Villa Medici in Italien. Cremefarbener römischer Ziegelstein und pfirsichfarbener Sandstein sowie importierte Teppichböden und an die 2.000 Rosenbüsche gehörten zu den aufwendigen Materialien. Am 10. Juni 1893 fand die spektakuläre Eröffnung, mit Feuerwerk, Orchester im Ballsaal und einem Dinner um Mitternacht für die 300 anwesenden Paare, statt.

Auch in den Unterkünften spiegelt sich die Liebe des Gründers zu Italien wider. Die Zimmer sind im italienischen Stil des 19. Jahrhunderts gestaltet. Wie in allen historischen Hotels gibt es auch hier berüchtigte und bekannte Gäste, wie Präsident Theodore Roosevelt (der war anscheinend überall), oder die „unsinkbare Molly Brown“, die den Untergang der Titanic überlebte. Und auch Al Capone war hier mehrere Male zu Gast. Ich bin sicher, wenn die Wände sprechen könnten, gäbe es hier einige gute Geschichten zu erzählen.

Man vermutet, dass sich mehrere Geister im Hotel Colorado aufhalten, insbesondere ein junges Mädchen in viktorianischer Kleidung, das mit einem Ball spielt, eine Frau, die an schlafenden männlichen Gästen interessiert ist, und eine männliche Präsenz im fünften Stock. Es wird berichtet, dass besonders die beiden Suiten in den Glockentürmen häufig frequentiert werden.

Strater Hotel
Durango, Colorado; gegr. 1887

Strater Hotel, Durango, Colorado

Der Western-Autor Louis L’Amour war häufiger Gast des Strater Hotels. Er wollte immer das gleiche Zimmer, Nr. 222, das direkt oberhalb des Diamond Belle Saloons – bekannt als eine der originalen Ragtime-Pianobars des Westens – liegt, und seinen Raum mit Musik füllte, die L’Amour angeblich half, die Stimmung für seine Romane zu bestimmen.

Henry Strater, ein Apotheker aus Cleveland, hatte die Vision und den Glauben daran, dass Durango ein großes Hotel brauchen würde. Und so baute er im 18. Jahrhundert das Strater Hotel, um Gold- und Silberbaronen eine feudale Unterkunft zu bieten. Der mächtige farbenprächtige Backsteinbau in der Main Avenue ist mehrfach renoviert und bestens erhalten. Sein Anblick vermittelt absolutes Westernfeeling; der Charme gelebter Geschichte ist bereits in der Empfangshalle gegenwärtig. Handgemalte Wandtapeten, kostbare Antiquitäten aus Walnussholz und der immer noch authentische Western-Saloon, der Besucher am frühen Abend mit wilder Klaviermusik empfängt. Die Bedienung, wie im klassischen Western, lehnt sich mit tiefer Corsage über die Bar Theke, Revuegirls tanzen schwungvoll durch den Raum und ab und an gibt es eine inszenierte Schießerei.

Grand Union Hotel
Fort Benton, Montana; gegr. 1882

Grand Union Hotel, Montana

Das Grand Union Hotel ist älter, als der Bundesstaat Montana, in dem es steht. Die Geschichte des Hotels begann im Jahre 1882, nur 36 Jahre nach der Gründung von Fort Benton und 7 Jahre vor Gründung des Staates Montana. Das Hotel liegt am malerischen Upper Missouri River und wurde zu einer Zeit erbaut, als die Dampfschiff Ära und der Wohlstand Fort Benton’s ihren Höhepunkt erreichten. Doch es dauerte nicht lange, als mit der Fertigstellung der Northern Pacific Railroad nach Helena, und der Canadian Pacific Railroad nach Calgary die Geschäfte in Fort Benton abnahmen und der Ort an Wichtigkeit verlor. Auch das Hotel war davon schwer betroffen.

Das Grand Union war über hundert Jahre ununterbrochen geöffnet. Mitte der 1980er Jahre musste es jedoch aufgrund anhaltender schwieriger Zeiten schließen. Die „Grand Olde Lady“ saß über ein Jahrzehnt leer, bevor ein einheimisches Ehepaar das Hotel kaufte und 1997 mit der Restaurierung begann. Elegant und in seinem ursprünglichen Glanz erstrahlend öffnete das Grand Union Hotel am 2. November 1999, anlässlich des 117. Jahrestages seit der Gründung, wieder seine Tore. Montanas ältestes Hotel ist im Nationalregister der historischen Stätte geführt und erhielt mehrere regionale und nationale Auszeichnungen, besonders für die historische Restaurierung.

Die 26 luxuriösen Gästezimmer wurden sorgfältig restauriert, mit original-getreuen Möbeln, Dekor und Stoffen ausgestattet und, soweit möglich, auf modernen Standard gebracht mit Internet, TV und Klimaanlage. Obwohl das Hotel etwas abgelegen, ca. 65 km außerhalb Great Falls liegt, verfügt es über eines der besten Restaurants von Montana, mit einer ausgezeichneten Speisekarte und exzellenten Weinen. Die Besitzer legen großen Wert darauf, dass sich sowohl Geschäftsleute wie auch Hochzeitsreisende gleichermaßen wohl fühlen. Die heimelige Atmosphäre verschmilzt mit der eleganten Umgebung des großen, alten Hotels. Man fühlt sich wohl und entspannt.

Menger Hotel
San Antonio, Texas; gegr. 1859

Menger Hotel, San Antonio, Texas

Mit über 150 Jahren Gastfreundschaft steht das opulente Menger Hotel als ältestes, ständig in Betrieb befindliche Hotel westlich des Mississippi. In der Menger Bar, die zu den Top 10 „Historic Bars“ in den USA zählt, wurde mehr Viehhandel getätigt und Abkommen geschlossen, als irgendwo anders in Texas; Teddy Roosevelt stellte hier seine „Rough Riders Cavalry Brigade“ zusammen.

Es war der deutsche Geschäftsmann William Menger, der 1855, nur 19 Jahre nach dem Fall von Alamo, auf dem Schlachtfeld eine Brauerei eröffnete und Bier in Texas einführte. Als er merkte, dass seine Gäste einen Schlafplatz brauchten, bauten er und seine Frau Mary das Gebäude zu einem Hotel mit 50 Zimmern aus. 1859 wurde das Menger Hotel, ausgestattet mit schmiedeeisernen Balkonen und einem bunten Glasdach über der viktorianischen Lobby, mit viel Pomp und Glanz eröffnet. Das Hotel wurde über Nacht ein Erfolg und schon bald folgte eine dreistöckige Erweiterung. Mehrere Renovierungen über die Jahre machten das Hotel zu dem, was es heute ist – immer noch den Glanz des alten Westens wahrend. Seltene antike Möbel, Gemälde in Museumsqualität und historische Artefakte erhöhen den heutigen Charme. Wenn man die aufwendige Lobby betritt, kann man sich sehr gut vorstellen, wie sich die damalige Elite bei den aufwendigen Bällen und Partys hier vergnügte.

Das Hotel liegt nur wenige Schritte von Alamo, ein nationales historisches Wahrzeichen und UNESCO-Weltkulturerbe, entfernt. Die römisch-katholische Mission aus dem 18. Jahrhundert ist am besten bekannt als Ort der Schlacht von Alamo im Jahr 1836.


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