„In der Mitte der südöstlichen Landschaft Utah’s, aus jeder Richtung sichtbar, erheben sich Zwillings-Hügel (Buttes), die so unverwechselbar sind, dass sie in jeder der heimischen Sprachen den gleichen Namen haben: Hoon’Naqvut, Shash Jáa, Kwiyagatu Nukavachi, Ansh An Lashokdiwe – in Englisch „Bears Ears“ (Bären Ohren).“
Präsident Barack Obama, 28. Dezember 2016
Obwohl sie der Namensgeber des Monuments sind, ist Bears Ears National Monument nur ein Teil dieser gewaltigen Landschaft. Die beiden hoch aufragenden Buttes stehen in der Mitte, mit Dark Canyon Wilderness und Beef Basin im Westen, Comb Ridge im Osten, Grand Gulch Plateau und Cedar Mesa im Süden sowie Indian Creek/Canyonlands National Park im Norden.

Das 547,074 Hektar große Nationaldenkmal in San Juan County ist momentan das umstrittenste. Präsident Obama’s Abschiedsgeschenk an die Nation, das er nur Wochen vor Verlassen seines Amtes benannt hatte, steht unter Beschuss. Der politische Aufruhr ist auf Utah’s erzkonservative Kongress Delegation zurückzuführen, die den Schutz dieses Nationaldenkmals wieder rückgängig machen wollen.
Der Entscheidung, Bears Ears unter Schutz zu stellen war wegen der Größe des Monuments besonders umstritten. Mit knapp 550,000 Hekar ist es viermal größer als Canyonlands, der größte Nationalpark in Utah. Allerdings, angesichts der historischen Präzedenzfälle, sind die Chancen ziemlich gut, dass uns Bears Ears auch für künftige Generationen erhalten bleibt; weder Kongress noch irgendein US-Präsident hat jemals eine vorherige Präsidenten-Entscheidung dieser Art zurückgenommen. Der „Antiquities Act”, den Präsident Roosevelt im Jahre 1906 unterzeichnete, gibt den Präsidenten die Befugnis, ausgewiesene Gebiete als öffentliche Denkmäler zu schützen. In dem Jahrhundert seit der Unterzeichnung haben die Präsidenten das Gesetz benutzt, um Millionen von Hektar öffentlicher Länder zu schützen, darunter der Grand Canyon und die Muir Woods in Kalifornien.

Bears Ears beherbergt etwa 100.000 archäologische Stätten. Dieses riesige Nationaldenkmal beeindruckt mit roten Felsen, Wacholderwäldern, Hochplateaus, kulturellem, historischem und prähistorischem Erbe, mit einer Fülle von Artefakten aus der Frühzeit und von amerikanischen Ureinwohnern. Ebenso wichtig ist die Nominierung von Bears Ears als Nationaldenkmal für die modernen Verbindungen, die die Navajo, Ute Mountain Ute, Hopi und andere Indianerstämme mit diesem Land haben. Das Monument steht unter dem Management des Landesverwaltungsamtes (BLM) und der amerikanischen Forstverwaltung, zusammen mit einer Koalition von fünf lokalen Indianerstämmen – Navajo, Hopi, Ute Mountain Ute, Ute Indianer Stamm der Uintah und Ouray Reservation, und die Pueblo von Zuni – die alle traditionelle Bindungen an die Region haben. Zu gegebenem Zeitpunkt wissen wir nicht, ob Bears Ears ein geschütztes Nationaldenkmal bleiben wird oder nicht. Lokale Landwirte und Viehzüchter wollen das Schutzgebiet eingrenzen; andere wollen nach Öl bohren…
Die meisten Besucher wollen jedoch die Schönheit dieses neuen Monuments erleben und erkunden. Bears Ears steht seinen bekannten Nachbarn, Canyonlands NP und Arches NP, in nichts nach. Bears Ears enthält (und schützt) Hunderte von alten indischen Ruinen und Felsmalereien und unzählige wilde Schluchten, die sich ihren Weg durch den Sandstein zum Colorado Fluss schneiden. Es gibt viele Möglichkeiten Bears Ears zu erkunden: mit dem Auto, wandern, oder ein Abenteuer mit dem Mountainbike.

Die Beschilderung ist nicht sehr üppig; die aktuelle Situation verhinderte bisher auch den Bau von Einrichtungen und Besucherzentrum. Man darf nicht das gleiche Niveau an Infrastruktur erwarten, wie im Arches, Canyonlands oder Zion Nationalpark. Ein Großteil des Landes im Bears Ears Nationalmonument ist schroff, wild und abgelegen; es erfordert mehr an Vorbereitung, Fitness und Respekt von Seitens des Besuchers. Zusätzliche Sorgfalt muss bei den zahlreichen archäologischen Stätten in der Umgebung gewahrt werden.
Wer Bears Ears mit dem Mountainbike erforschen möchte, für den eignet sich eine geführte Tour. Natürlich kann man auf eigene Faust losziehen, indem man bereits vorab Informationen online einholt; Camping- und Rad-Ausrüstung mitbringt (im Flieger?) oder mietet. Das hört sich schon nach Schlepperei an. Bei einer geführten Mountainbike-Tour hat man diesen Stress nicht. Außerdem kann man da sicher sein, dabei nicht nur die besten Strecken und Aussichten zu erleben, sondern zu allem auch Hintergrundinformation von den erfahrenen Tourguides vermittelt zu bekommen. Diese kümmern sich auch um Dein Fahrrad und tischen jeden Tag im Camp fantastische Gourmet-Mahlzeiten auf. Besser geht’s doch gar nicht.

Ideal ist eine 3-Tages-Tour bei der man zweimal im Camp übernachtet. Die Tour ist ideal für Anfänger und solche, die es gerne locker angehen lassen, da man hauptsächlich auf zweispurigen Schotterstraßen fährt. Los geht’s unterhalb des knapp 2500 Meter hohen Bears Ears Pass. Umgeben von Ponderosa Kiefern führt die Route zum Elk Ridge, dem „Rückgrat“ zwischen den Abajo Mountains und dem Colorado Fluss. Wir steigen vom Rad und erkunden abgelegene Schluchten in den dramatischen roten Felsen, die reich an Kulturgeschichte der Anasazi-Indianer sind, suchen nach alten Felsmalereien und Klippenwohnungen.

Nach einer dramatischen Abfahrt, die uns fast in den Needles Bereich an der Grenze des Canyonlands Nationalparks bringt, verändert sich auch die Umgebung; von kühler Gebirgslandschaft kommen wir nun in eine bunte Wüste. Der Tag neigt sich dem Ende und nach einem üppigen Abendessen geniessen wir den Sonnenuntergang. Hier verbringen wir die Nacht am schönsten Campingplatz, Cathedral Butte.

Das Monument gewinnt an Popularität
Lisa Bryant, BLM-Sprecherin für öffentliche Angelegenheiten, sagte, dass Bears Ears bereits an Popularität gewann, noch vor Obamas Ankündigung des neuen Status im Dezember 2017. „Die Besucherzahlen der Cedar Mesa und der umliegenden Gebiete erhöhen sich seit einiger Zeit. Dieser Trend wird sich voraussichtlich, auch aufgrund der aktuellen Gegebenheiten um das neue Bears Ears Nationaldenkmal, fortsetzen.“

Sie fügte hinzu, „dass das Nationaldenkmal eine einmalige Gelegenheit bietet, kulturelle Sehenswürdigkeiten zu besuchen, wie spektakuläre Felsmalereien und Überreste prähistorischer Familienwohnungen, Getreidespeicher, Kivas, Türme und große Dörfer.” Aber sie warnte auch, dass „diese Plätze sehr zerbrechlich und unersetzlich sind und deshalb mit größter Sorgfalt behandelt werden müssen.“
Wer Bears Ears lieber mit dem Auto erkundet, für den gibt es eine malerische Fahrt mit Picknick-Bereich – Needles und Anticline bieten ausgezeichnete Ausblicke auf Canyonlands Nationalpark und Bears Ears Nationaldenkmal. Eine markierte Straße westlich von Hwy 191, etwa 51 km südlich von Moab, führt zu beiden Aussichtspunkten.

Für diejenigen, die mehr nach einem Abenteuer oder Erlebnis suchen, empfiehlt Bryant, an der Kane Gulch Ranger Station (auf der State Route 261) zu stoppen. Von dort aus können Besucher die Felskunstausstellung besuchen, mehr über die Region erfahren, und verschiedene Tageswanderungen in die Gegend machen, je nach Zeit und Fitness der jeweiligen Personen. „Es ist ein schroffes Land, weit weg von Tankstellen und Geschäften“, sagt Lisa Bryant. „Wir bitten darum, dass alle Besucher gut vorbereitet und mit entsprechender Kleidung, Wasser, Speisen, Kartenmaterial und den notwendigen Genehmigungen vor Betreten des Hinterlandes ausgerüstet sind.“

Das BLM hat einen Online-Reiseplaner für den Kane Gulch Bereich. Auf der BLM Webseite für Bears Ears gibt es weitere Broschüren zu Bereichen wie Fish und Owl Canyon sowie eine neue Karte mit den Grenzen des Monuments und allen wichtigen Orten.

Respektieren und schützen
In Erwartung der erhöhten Popularität des Gebietes arbeitet das BLM mit Partnern und Freiwilligen zusammen, um sensible Kulturstätten zu stabilisieren und auf einigen der häufiger besuchten Plätze interpretierende Informationen zur Verfügung zu stellen. „Wir fördern auch unsere „Respekt- und Schutzkampagne“, um den Besuchern auf beste Art und Weise verständlich zu machen, wie man diese Stätten, ohne ihnen Schaden zuzufügen, genießen kann.

Bears Ears National Monument befindet sich westlich von Blanding und Monticello, und nördlich von Mexican Hat, im Südosten von Utah. Die Gegend ist ca. 75 Minuten südlich von Moab; eine Std. nordwestlich des Four Corner Monuments und ca. 30 Minuten nördlich vom Monument Valley Tribal Park. Die westliche Grenze von Bears Ears ist in der Nähe von Hite Crossing am Colorado Fluss, knapp eine Stunde südlich von Hanksville, oder 90 Minuten vom Capitol Reef National Park.
Da es kein Besucherzentrum gibt, wendet man sich am besten an das Bears Ears Education Center, das von März bis November, jeweils Donnerstag bis Montag von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet ist:
567 W. Main St.
Bluff, UT 84512
Tel.: 435-672-2402
Informationen über die verschiedenen Gebiete und aktuelle Konditionen gibt es auch im der Kane Gulch BLM Ranger Station, 57 km westlich von Blanding (Saisoneröffnung 1. Mai), im BLM Büro in Monticello (Tel: 435-587-1500) oder im Blanding Besucherzentrum (12 North Grayson Parkway).
Eine interessante Webseite ist auch https://bearsearscoalition.org
Anmerkung: Wie berichtet, wurde Bears Ears National Monument von US-Präsident Trump um 90%, von ca. 5.500 qkm auf etwa 490 qkm reduziert, um diese riesige Fläche potenziell für Öl- und Gasbohrungen, Bergbau und andere wirtschaftliche Aktivitäten zu öffnen. Bears Ears ist ein heiliger Ort für fünf lokale Indianerstämme: die Navajo-Nation, die Hopi, das Pueblo der Zuni, die Ute Mountain Ute und der Ute-Indianerstamm des Uintah- und Ouray-Reservats.






