Was steht auf Deiner „Abenteuer Bucket List“? Auf der Liste der Dinge, die Du in Deinem Leben noch unbedingt machen möchtest, oder schon immer tun wolltest? Wir stellen hier einige unvergessliche Erlebnisse vor, die Dich auf Deiner Suche nach dem nächsten Abenteuer inspirieren werden. Berg, Canyon, Fluss oder Sternenhimmel. Zu Fuß, mit dem Motorrad oder dem Floß. Damit kannst Du Spannung und Abenteuer mit der Faszination des amerikanischen Westens verbinden.
Motorrad Tour durch die Black Hills von South Dakota

Du brauchst nicht unbedingt eine Harley-Davidson, um die atemberaubend schönen Landstraßen und die dunkle Bergsilhouette der Black Hills in South Dakota abzufahren. Aber das Land von Custer, Hickok und der alljährlichen Sturgis Motorcycle Rally in einem anderen Gefährt zu erkunden, ist nicht ganz dasselbe. Eine Harley verkörpert das Gefühl von grenzenloser Freiheit. In den Black Hills erwarten Dich gewaltige Felsformationen, weite, freie Flächen, Höhlen und eine natürliche landschaftliche Schönheit, die man bewahren will.
Ein guter Ausgangspunkt ist Sturgis, der Ort, an dem jährlich die Rally stattfindet. In diesem Jahr ist das weltweit größte Harley Treffen vom 7. bis 16. August. Eine halbe Million Biker versetzen die Stadt in ein Partygelände. Die bessere Saison ist jedoch Mai oder September, dann sind die Straßen offen und frei. Nach einem kurzen Stopp im Sturgis Motorcyle Museum & Hall of Fame mit seinen über 100 ausgestellten Motorrädern, geht es auf die Landstraße, Richtung Norden zum Spearfish Canyon, in dem man eine tolle, kurvige Strecke findet.

Nächstes Ziel ist Deadwood. In dieser kleinen Goldgräberstadt spürt man immer noch den alten, wilden Westen mit ihren Saloons, Bars, Spielkasinos und einem geschichtsträchtigen Friedhof. Auf der Staatsstraße US 385 Süd und entlang der berühmten kurvigen Iron Mountain Road erwartet Dich feinster Motorradspaß – hölzerne Brücken, einspurige Tunnel und unzählige Serpentinen, die bewusst in diese anspruchsvolle, aber spektakuläre Route eingebaut wurden. Warum? Um langsamer zu fahren und die Schönheit der Gegend zu bewundern.
Der Black Hills National Forest, den die Lakota Indianer „Paha Sapa“ (Schwarze Hügel) nennen, Custer State Park, in dem Ihnen schon mal eine Herde Büffel den Weg versperrt, Mount Rushmore mit seinen in Granit gemeißelten Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln, das Crazy Horse Monument, die noch immer im Bau befindliche monumentale Skulptur des Oglala-Lakota Indianers Crazy Horse – all diese Sehenswürdigkeiten gilt es zu erkunden, auf einer Strecke, die sich wie ein Knoten dreht und windet. Dieses ultimative Abenteuer auf dem Sattel einer Harley garantiert Fahrspaß auf traumhaften Straßen durch das spirituelle Zentrum der Lakota Indianer.
Rafting – Den Grand Canyon mit dem Schlauchboot erkunden
Wenn man von oben eine Meile tief auf den felsigen Rand des Colorado Rivers hinunterblickt, ist es schwer zu glauben, dass dieser Fluss den gigantischen Grand Canyon geformt hat. Die meisten Besucher bleiben nur am Rande des Nationalparks. Wir wollen jedoch hinunter und die Schönheit dieses Meisterwerks der Natur vom Wasser aus erleben, mit einem Rafting Trip. Diese Erfahrung bietet eine viel intimere und abenteuerlichere Begegnung mit diesem Naturwunder, als nur ein Blick von oben.

Die beste Zeit ist von Mai bis Oktober. Eine private Rafting Tour kann man vergessen. Die notwendige Erlaubnis bekommt man nur durch ein Lotteriesystem, das mit einer Warteliste von mehreren Jahren verbunden ist. Außerdem ist es nicht ratsam als Nicht-Ortsansässiger alleine durch die Stromschnellen des Colorado zu „paddeln“. Zum Glück gibt es vor Ort genügend Tour Anbieter, die von eintägigen bis zu dreiwöchigen Rafting Touren alles im Programm haben. Aber auch diese müssen rechtzeitig im Voraus gebucht werden. Die einwöchige Tour ist die beliebteste, man bewältigt knapp 190 Flussmeilen und mehr als 60 Stromschnellen. Einige machen die Tour mit Kajaks oder sogar Ruderbooten, doch die motorisierten Schlauchboote sind die sichersten. Das Gepäck wird in orangefarbenen Seesäcken verstaut und in der Bootsmitte gelagert. Die Handys kann man auch gleich wegräumen, denn Empfang gibt es nicht. Aber wer braucht bei so einem aufregenden Trip schon ein Handy?
Der offizielle Startpunkt für eine vollständige Abfahrt ist Meile 0 bei Lees Ferry im Nordosten des Grand Canyon Nationalparks. Das Ende ist am Lake Mead, 443 km weiter. Unterwegs gibt es Seitenschluchten, Badestellen und Sandstrände, ganz zu schweigen von viel wildem Wasser. Wer vorne sitzt, wird immer mit Wellen konfrontiert. Einige zahme Stromschnellen zu Anfang geben uns die Möglichkeit, unsere Fähigkeiten auf dem Boot auszutesten. Doch die Spritzer des eiskalten Wassers des Colorado Rivers verschlagen uns jetzt schon den Atem. Bei Meile 17 kommt dann die erste heftigere Stromschnelle. Auf der Strecke begegnen wir Salzminen, Wasserfällen und je nach Route kommt man an der gefährlichsten Schnelle, „Lava Rapids“ vorbei. Hier wartet schäumendes Wasser und schwarzes Gestein. Ist die überwunden, wird nur noch gejubelt. Die durchschnittliche Geschwindigkeit des Wassers beträgt 20 Kilometer pro Stunde. Echte Erholung tritt immer am Abend ein, wenn jeder bei einem leckeren Abendessen und netten Gesprächen entspannt und die Ruhe der Nacht genießt. Grand Canyon Rafting zählt zum ultimativen Nervenkitzel und verspricht prickelndes Vergnügen. Nichts für schwache Nerven!
Eisklettern im Hyalite Canyon in Montana
Zum Eisklettern braucht man ein bisschen mehr als nur Mut. Alpine Vorkenntnisse, fit und schwindelfrei sein sind Voraussetzung für dieses Abenteuer. Und, am besten mit einem Guide klettern. Eine eisige Herausforderung ist Hyalite Canyon in Montana. Eisig trifft nicht nur auf den erstarrten Wasserfall zu, eiskalt kann es in Montana im Winter öfter mal sein. Rüste Dich aus mit Kletterhelm, Klettergurt, wetterfeste Klamotten, Pickel, Hammer und Schaufel, und los geht’s!

Südlich der Stadt Bozeman, liegt das berühmte Eiskletterparadies im zerklüfteten Hyalite Canyon. Saison ist von Mitte Oktober bis Ende März. 160 verschiedene eisige Routen findet man im Hauptteil des Canyons; sie sind alle in einem Radius von drei Kilometer vom Parkplatz der Grotto Falls aus erreichbar. Eiskletter-Möglichkeiten gibt es für jedes Niveau – von kurz bis anspruchsvoll. Schon die Namen wecken Neugier: The Originals, Cleo’s Area oder Climbs Below Winter Dance. Die gefrorenen Wasserfälle bilden eine bizarre und wundersame Eiswelt. Lichtreflexe schaffen interessante Kontouren und die riesigen Eiszapfen hängen wie eine Gardine an der Felswand. Der Canyon hat jede Menge Überraschungen zu bieten. Nimm Dir die Zeit, alles auf eigene Faust zu entdecken, um die richtige Wand zu finden.
Schaut man einem Eiskletterer zu, erscheint es fast unwirklich wie er sich Schritt für Schritt an einer spiegelglatten Eisfläche senkrecht den Berg hocharbeitet. Es stockt jedes Mal der Atem, wenn er plötzlich den Pickel loslässt und mit der anderen Hand eine Schraube in das spiegelnde Eis schlägt und sich ein Stück weiter nach oben zieht. Wenn die Eisplitter runterfallen wird es noch mulmiger. Sowohl für den Zuschauer als auch den Kletterer ein Erlebnis.
Eine Veranstaltung, die man sich nicht entgehen lassen sollte, ist das jährlich stattfindende Ice Festival in Bozeman. Professionelle Eiskletterer aus aller Welt treffen sich hier. Veranstaltungen vom World Cup bis hin zu unterschiedlichsten Kletter-Camps mit täglichen Touren, einige auch nur für Frauen, stehen auf der langen Liste. Im Haupt-Camp auf dem Parkplatz der Grotto Falls werden bei warmen Getränken, Geschichten und Erfahrungen ausgetauscht. 2026 findet das Bozeman Ice Festival vom 9.-13. Dezember statt und feiert 30-jähriges Jubiläum. Hyalite Canyon schreibt Amerikas längste und einflussrichte Geschichte des Wasserfall-Eiskletterns. Ein außergewöhnliches Abenteuer, Adrenalinkicks sind inklusive.
Klippenspringen von den South Point Cliffs in Hawaii
Am südlichsten Punkt aller US-Staaten – South Point (Ka Lea) von Big Island auf Hawaii – erwartet Dich eine ultimative Herausforderung. Alleine die Fahrt zu den südlichen Klippen, entlang der wunderschönen Küste mit endlosem Blick auf den pazifischen Ozean, ist schon einen Ausflug wert. Zur felsigen Küstenlinie gelangt man über die South Point Road, die sich 19 Kilometer durch Farmland schlängelt, auf dem zahlreiche Windmühlen stehen. South Point besticht mit klarem türkisfarbenem Wasser und die Farbspiele des Sandes, an einigen Stellen sind sie ganz grün, an anderen manchmal sogar fast rot.

Klippenspringer treffen sich hier, um den ganz besonderen Sprung in die Tiefe zu wagen. „Cliff Diving“ ist mittlerweile zum Massensport geworden, doch es ist nicht nur spektakulär, sondern auch gefährlich. Starke Winde oder Strömungen müssen unbedingt berücksichtigt werden. Mut, mentale Stärke und ein wenig akrobatisches Talent gehören definitiv dazu. Auch wenn man nicht wie die Profis, Salto, Drehungen und Schrauben versucht, heißt es immer aufpassen, denn man muss kerzengerade ins Wasser eintauchen. Beim Aufprall passieren die meisten Verletzungen. 15 Meter tief ist der Sprung und dauert nur wenige Sekunden. Frei wie ein Vogel, wenn auch nur für einen kurzen Augenblick ist der Reiz des Klippenspringens.
Wer diesen Nervenkitzel wiederholen will muss nach dem waghalsigen Sprung nicht Felsen klettern, sondern kann eine Leiter nach oben nehmen. Deshalb springen total Begeisterte auch gern gleich mehrmals hintereinander.
Klippenspringen am South Point ist mit jedem Sprung eine neue Herausforderung und ein tiefer Fall. Dieses Abenteuer muss man sich gut überlegen, es ist gefährlich und man sollte es nur bei idealen Bedingungen wagen. Auf eigene Gefahr!
Wanderung zu den Upper Yosemite Falls in Kalifornien

Glitzernde Seen, blühende Wiesen, Wasserfälle, Mammutbäume, seltene Tier- und Pflanzenarten, sowie blanke Granitfelsen – das alles findet man im Yosemite Nationalpark. Nicht nur Besucher, sondern auch Geologen sind vom einzigartigen Ökosystem begeistert. Die unteren, mittleren und oberen Wasserfälle bilden zusammengenommen den höchsten Wasserfall in Nordamerika, mit einer Höhe von stolzen 740 Metern. Eine der schönsten Wanderungen ist der Yosemite Falls Trail, ein steiler Aufstieg zu den „Upper Falls“, der einen Blick auf den berüchtigten Half Dome erlaubt.
Gestartet wird am Parkplatz der Lower Yosemite Falls. Steile Serpentinen durch den Wald, viele Stufen und schwindelerregende Passagen folgen für etwa eineinhalb Stunden mit schönen Ausblicken auf das Tal und Glacier Point. Das erste Drittel der Wanderung ist geschafft und die Upper Falls sind immerhin schon in Sichtweite. Der Untergrund wird jetzt sandiger und es ist nicht mehr ganz so steil. Die beste Jahreszeit hier zu wandern ist im Frühling, denn aufgrund der Schneeschmelze gibt es tosende Wassermassen. Der Aufstieg ist atemberaubend, ein Eichhörnchen begleitet uns und als wir den Fuß des Wasserfalls erreichen, sind wir von der Kraft und Schönheit der Natur begeistert. Unser Wegbegleiter verabschiedet sich und wir konzentrieren uns auf die stürmischen Wasserströme, die aus der Höhe fallen und einfach zauberhaft sind.

Doch jetzt geht es erst richtig los. Wer von hier aus weiterläuft ist ein echter Wanderer, denn jetzt schneidet sich der Weg zwischen engen, senkrecht aufsteigenden Granitwänden weiter nach oben. Es ist heiß, wir hoffen auf Schatten, doch die Sonne knallt weiter voll auf uns nieder. Die Stimmung ist einzigartig und am Gipfel angekommen, laufen wir ganz langsam zu der Stelle, wo der Yosemite Creek über die Felskante in die Tiefe stürzt. Ein wundervolles Naturschauspiel, verbunden mit der Melodie eines rauschenden Wasserfalls. Nach einer Pause treten wir erleichtert, zufrieden, aber ein bisschen kaputt den Abstieg an. Insgesamt sind wir knapp 17 Kilometer gelaufen, waren 7 Stunden unterwegs und haben 1100 Höhenmeter überwunden. Auf dieser extrem schönen Wanderung befindet man sich ganz im Einklang mit der Natur.
Skifahren im Denali Nationalpark in Alaska

Die wilde Schönheit Alaskas genießen und ein pulverisierendes Skiabenteuer erleben? Kein Problem mit einem Buschflugzeug, das Skifahren in unberührtem Tiefschnee ermöglicht. Und das auf dem Berg der Extreme. Der 6193 Meter hohe Mount McKinley mit dem indianischen Namen Denali ist dafür wie geschaffen. Es ist der nördlichste Berg Nordamerikas und auch der kälteste. Schon bei seinem Anblick bekommt man Gänsehaut. 250 km vom Polarkreis entfernt kann es bissig kalt werden. Temperaturen bis zu minus 30 Grad Celsius und extreme Winde sind eine heftige Herausforderung für jeden Piloten und Skifahrer.
Der Flug über die Winterlandschaft selbst ist schon ein einzigartiges Erlebnis. Blaue Gletscher, schneebedeckte Gipfel und jede Menge Granitschluchten erscheinen aus der Vogelperspektive wie ein Weltwunder. Setzt der Flieger auf dem Schnee zur Landung an fühlt sich das an als würde man in Watte landen, so sanft ist der Kontakt mit dem Boden. Die Maschine rutscht wie ein Skifahrer beim Schwung ein Stück bergauf, dann kommt eine Kurve und quer zum Hang bleibt sie stehen. Skifahren auf dem Denali in Alaska ist, im Gegensatz zu anderen Zielen, wirklich ein Geheimtipp. Das Flugzeug bringt die Skifahrer an einem idealen Flugtag mit möglichst stahlblauem Himmel auf den Berg. Ein leichter Sprung aus dem Flieger und der Champagner Powder sprüht federleicht bis ins Gesicht. Zieht die Maschine von dannen, herrscht einsame Stille und man ist eins mit einer weißen Welt glitzernder Kristalle. Die Skier werden angeschnallt, der Guide gibt das Kommando „los“, es wird einmal tief durchgeatmet und alle folgen ihm. Je nach Temperament und Ehrgeiz wird versucht die eigene Spur parallel in den Schnee zu prägen. Wir haben hier die einfachere Variante gewählt. Die andere wäre, den Denali mit Ski und Gepäck zu besteigen. Sehr schweißtreibend und anstrengend. Welche Art Du auch immer wählst, Skifahren in Alaska ist ein grenzenloses Schneevergnügen; Skifahren im Denali Nationalpark ist ein ultimatives Abenteuer und Naturerlebnis.
Campen unter den Nordlichtern in Alaska

Der wissenschaftliche Name für das Phänomen Nordlichter heißt Aurelia Borealis. Das ist ein lateinischer Begriff und bedeutet so viel wie rote Dämmerung des Nordens. Galileo Galilei gab dieser imposanten Besonderheit seinen Namen, aber er war bestimmt nicht der erste, der sie jemals gesehen hat. In seinen Breitengraden erschienen sie in Rottönen am Nachthimmel und glichen einer Morgendämmerung.
Ein sicherer Tipp um die Faszination dieser tanzenden grün-roten Lichter zu erleben ist außerhalb der Stadt Fairbanks. Hier besteht die 80-prozentige Möglichkeit, sie manchmal sogar drei Nächte hintereinander zu sehen. Erblicken kann man sie von jedem Ort oberhalb des sechzigsten nördlichen Breitengrades und Fairbanks liegt bei 65 Grad. Voraussetzungen, um sie zu sichten sind: dunkle und klare Himmel, im Winter in der Zeit von 23.30 Uhr bis 3 Uhr morgens, im Frühling 0.30 Uhr bis 4.30 Uhr. Die besten Monate sind März und September.
Farbenreiche Schleier schimmern über den Himmel. Elektronen treffen auf Luftmoleküle und regen diese wiederum an, zu leuchten. Die wissenschaftliche Seite ist ein anderes Thema und ruiniert die Romantik. Die kommt aber wieder beim Camping, in freier Natur und unter diesem atemberaubenden Naturspektakel.
Rund um Fairbanks gibt es viele Plätze, wo Hartgesottene im Winter campen können. Wenn der Wecker klingelt und man sich in warme Klamotten schmeißt und sich fragt, warum stehe ich jetzt auf, braucht es nicht lange, bis sich die Antwort direkt vor der Nase präsentiert. Beim Verlassen des Zeltes oder Campers tanzen meistens bereits farbenprächtige Schleier am Nachthimmel. Sie flackern in Grün, Rosa,- und Violett-Tönen und haben einen mystischen Zauber. Dafür schlage ich mir gerne eine Nacht um die Ohren. Schon zweimal war ich in Alaska und bekam die Nordlichter nicht zu Gesicht. Dieses Mal hat es geklappt.

Einen solchen Augenblick heißt es festzuhalten. Hier die 5 Einstellungen für die Spiegelreflexkamera: ISO 100, Nightlapse, 30“ Belichtung, Autointervall und unbedingt einen Tripod – dann bleibt dieses Spektakel für immer gegenwärtig und jeder hat seine ganz persönliche Geschichte zu erzählen. Um auf Nummer sicher zu gehen, gibt es eine App für Smartphones und Tablets „Nordlicht Warner“, aber auch das Geophysische Institut in Fairbanks zeigt auf der Webseite eine tägliche Vorhersage „Aurora Forecast“. Polarlichter in Alaska ist ein unbeschreibliches Erlebnis zwischen Wunder und Wirklichkeit. Die Emotionen sind schwer auszudrücken. Man steht einfach da, ist bewegt und fasziniert. Ich kann dieses Abenteuer von meiner bucket list abhaken, hoffe aber, dass ich irgendwann noch einmal die Gelegenheit habe, dieses Phänomen zu erleben.
Mit dem Kajak durch den geheimnisvollen Caddo Lake in Texas

Caddo Lake State Park ist ein Sumpfgebiet zwischen den Bundesstaaten Texas und Louisiana. Der Caddo Lake ist ein natürlicher See nach den indianischen Caddoanern benannt, die bis zu ihrer Vertreibung im 19. Jahrhundert hier lebten. Das Naturschutzgebiet beherbergt einen der größten Zypressenwälder der Welt. Jeder Besucher möchte am liebsten gleich in ein Boot steigen und sich in die absolute Märchenwelt begeben.
Mit dem Kajak geht es in ein Labyrinth von Lotus- und Lilienfeldern, dichten Gräsern, einem Gewirr von Wasserpflanzen und prächtigen Zypressen. Alles ist geheimnisvoll und aufregend. Dickicht, dunkles Wasser und fremde Geräusche. Der Caddo Lake Dschungel ist eines der artenreichsten Gebiete in Texas. Alle paar Sekunden ein sanfter Paddelschlag und wir treiben langsam voran, können es kaum erwarten im mystischen Wald ein paar Kreaturen zu sehen, denn hier leben über 200 Vogelarten, 90 Reptilien- und Fischarten und um die 50 Säugetiergattungen.
Gleich zu Anfang sehen wir am Ufer einige Armadillos, aus der Gattung der Gürteltiere, die aus ihrem gepanzerten Outfit kurz zu uns aufschauen. Trotz ihres Panzers sind sie völlig harmlos und fressen nur Insekten. Davon finden sie vor Ort reichlich. Die Waldbewohner sind laut, aber sie sind gut getarnt. Sporadisch linst der Kopf einer Schildkröte aus dem Wasser, oder ein Reiher, der von uns aufgescheucht wird, fliegt schnell davon. Der Wald öffnet sich und wir befinden uns in einer Art Lagune, wo Frösche und Kröten um die Wette quaken. Die Bäume in sattem Grün spiegeln sich romantisch im Wasser und die Szenerie ist unbeschreiblich.

Weiter geht die Reise ins dunkle, verwunschene Sumpfdickicht. Ein umgestürzter Baumstamm auf dem einige Enten ein Nickerchen machen treibt Richtung Boot und wir entscheiden uns ein wenig Tempo zuzulegen. Ein leicht modriger Geruch entsteigt dem Wasser, von den Bäumen hängende Lianen streifen unsere Köpfe oder Schultern und ehrlich gestanden ist es im Augenblick etwas zu gespenstisch und mulmig. Doch die Krönung kommt erst, als uns aus dem sumpfigen Dickicht zwei blinzelnde Augen anschauen. Wir bewegen uns nicht mehr, denn ein Alligator, ungefähr eineinhalb Meter lang, fühlt sich gestört, peitscht mit dem Schwanz heftig das Wasser und wechselt glücklicherweise blitzschnell die Richtung. Jetzt haben wir genug, paddeln was das Zeug hält und steuern das nächste Ufer an. Eine Kajaktour durch den Dschungel des Caddo Sees ist ein spannendes Abenteuer. Nicht anstrengend, aber aufregend.





