Spukende Vergangenheit

Top Geisterstädte im Wilden Westen

Es gibt sie wirklich: Die stummen Zeugen der Vergangenheit, die eine faszinierende Atmosphäre versprühen und Besucher aus aller Welt anziehen. Einsam und verlassen liegen sie im Nirgendwo. In ihren alten Gemäuern sind oft Jahrhunderte voller Geschichte(n) vergraben. Einst waren sie lebendige, geschäftige Orte – heute pfeift nur noch der Wind durch die Straßen und Ruinen. Gehen Sie mit uns auf Gespensterjagd und erfahren Sie mehr über die gruseligsten „Ghost Towns“, denen Sie auf Ihrer nächsten USA Reise unbedingt einen Besuch abstatten sollten.

Terlingua, Texas

Terlingua, Texas
©Visit Big Bend

Terlingua liegt im mittleren Westen von Texas, in der Nähe des Rio Grande, zwischen den Orten Lajitas und Study Butt. Hier treffen wir auf eine Ghosttown, umgeben von Kakteen, die wirklich lange eine verlassene Minenstadt war, bis Aussteiger mit Freiheitsdrang sie neu entdeckten. Bis in die 40er Jahre wurde in Minen Quecksilber abgebaut. In den 20er Jahren deckte der Quecksilberabbau 40% des USA-Bedarfs, bis das Element als wirtschaftlich nicht mehr abbaubar galt und die Siedlung rapide schrumpfte.

Es ist 17 Uhr nachmittags, noch immer knallheiß. Staubtrocken bläst der Wind in unsere Gesichter. Wir sind weg von Trubel und Hektik und blicken auf einen stahlblauen Himmel. Das Auto parken wir vor dem Ortsschild. Zwei zottige, magere Hunde überqueren die Straße und starren uns an als wir in den Ort hinein marschieren. Keine Menschenseele zu sehen. An einer Tankstelle auf dem Weg … mehr darüber gibt es in Ausgabe 02/2019

 

 

Rhyolite, Nevada

Rhyolite, Nevada
©/Travel Nevada

Fährt man von Las Vegas ins Death Valley, liegt Rhyolite in der Nähe der Stadt Beatty an der staubigen Nevada State Route 374. Entstanden ist der Ort 1904, als die ersten Goldsucher im „Bullfrog Mining District“ fündig wurden. Während der Blütezeit 1907, hatte die Stadt bereits ein Elektrizitätswerk und fast 10.000 Einwohner. Es gab an die 50 Minen, eine Post, 20 Hotels, eine Oper, mehr als 50 Saloons, örtliche Zeitungen, sowie Schwimmbad und Krankenhaus. Doch schon etwa ein Jahr später schrumpfte das Goldvorkommen und auch die Einwohnerzahl auf ca. 600.

Heute steht Rhyolite unter Denkmalschutz und gilt als Freilichtmuseum, das von der „Rhyolite Preservation Society“ erhalten wird. Die Stadt bestand größtenteils aus Holzhäusern, von denen kaum mehr welche übrig ist. Doch die Ruinen der Bank, des Bahnhofs, der Schule und des Gefängnisses stehen noch. Man kann sich kaum vorstellen, dass Rhyolite um 1910 … mehr darüber gibt es in Ausgabe 02/2019

Goldfield, Arizona

Goldfield, Arizona
©Marine 69ß71/CC

Goldfield liegt am Hwy 88, dem Apache Trail und ist von Phoenix über den US Hwy 60 in Richtung Osten erreichbar. Hier ist es nicht so ganz geisterhaft, denn es ist eher eine restaurierte „Ghost Town“. Die ersten Goldfunde gab es 1892. Ein Jahr später boomte es und die Siedlung erreichte ihren Höhepunkt. 1500 Goldsucher, darunter ein Deutscher namens Jacob Walz, und zahlreiche andere Geschäftsbesessene, lebten hier ungefähr fünf Jahre. Aber dann war der Traum vom Reichtum auch schon wieder vorüber.

Danach herrschte in Goldfield absolute Stille bis Anfang des 20. Jahrhunderts, als neue Abbaumethoden die Stadt unter dem Namen „Youngberg“ wieder zum Leben erwachen ließen. Doch war auch dieses Mal alles nach fünf Jahren wieder vorbei. 1966 kam eine ungewöhnliche Wende. Der Privatmann Robert F. „Bob“ Schoose erfüllte sich 1984 den Traum einer eigenen Geisterstadt und rekonstruierte amerikanische …mehr darüber gibt es in Ausgabe 02/2019

Kennecott/Kennicott, Alaska

Kennecott/Kennicott, Alaska
©Reinhard Pantke/Travel Alaska

Eine Gruppe von Goldsuchern entdeckte im Sommer 1900 im Valdez-Cardova Census Gebiet, das direkt neben dem Kennecott Gletscher liegt, Kalkstein-Grünstein-Verbindungen im Felsen. Sie nahmen davon Proben und es stellte sich heraus, dass diese aus bis zu 70% reinem Chalkosin – ein Sulfidmineral, früher auch Kupferglanz genannt – bestanden. Eine der reichsten Kupferlagerstätten, die jemals gefunden wurde, war so entdeckt worden. Schon bald gründete eine Gruppe wohlhabender Investoren die „Kennecott Copper Mine“ und sie erwirtschafteten 1916 rund 32 Millionen USD.

Da im Ort Glücksspiel und Alkohol verboten war, profitierte der Nachbarort McCarthy davon und sorgte für jede Art von Unterhaltung. 1938 war die Erzader ausgeplündert und aus der florierenden Kupferstadt wurde eine Geisterstadt. Bis 1960 herrschte Totenstille. Es wurde versucht den Bergbau wieder aufzunehmen, was an den Kosten scheiterte.

Mitte der 80er Jahre wurde die Stadt zum National Historic Landmark ernannt und ist der Kern des Wrangell-St. Elias National Park and Preserve. Das Land der Kennecott Mill Town …mehr darüber gibt es in Ausgabe 02/2019

Bodie, Kalifornien

Bodie, Kalifornien
Bodie, Kalifornien

Östlich des Yosemite Nationalparks, an der Grenze zu Nevada, auf einer Höhe von etwas über 2500 Metern, liegt die authentische Stadt Bodie, eine der bekannteren Geisterstädte. Benannt wurde sie nach Wakeman S. Bodey, der 1859 dort als erster Gold fand während er einen Hasen aus seinem Bau ausgraben wollte. Als er seine Familie nachholen wollte, starb er in einem Schneesturm.

In der Glanzzeit lebten hier ungefähr 10.000 Menschen. Auf der Main Street gab es 65 Saloons, einen Chinatown Bezirk und ein Rotlichtviertel. Die Geisterstadt zählte zu den wildesten Goldgräberstädten. Postkutschenüberfälle und Schießereien gehörten zur täglichen Routine. Gesetze kannte man nicht und jede Streitigkeit wurde mit der Waffe entschieden. Es gibt einen berühmten Tagebucheintrag eines Mädchens: „Good bye God, we are going to Bodie“, „Aufwiedersehen Gott, wir fahren nach Bodie“. 1932 wurde fast der ganze Ort durch ein Feuer zerstört; 1942 kam der endgültige Fall: die Goldfunde waren erschöpft, und Bodie …mehr darüber gibt es in Ausgabe 02/2019

St. Elmo, Colorado

St. Elmo, Colorado
©Visit CO/Miles Partnership

Diese Geisterstadt liegt auf etwas mehr als 3000 Metern Höhe in den Sawatch Mountains, 32 Kilometer südwestlich von der kleinen Gemeinde Buena Vista. Wegen der großen Kiefernwälder hieß der Ort zuerst Forest City, wurde dann auf Wunsch der Postbehörde umgetauft, weil der Name schon in Kalifornien existierte. Gegründet in den 1880ern, ließen sich hier ungefähr 2000 Menschen nieder.

In der Blütezeit des Gold- und Silberabbaus war St. Elmo bekannt als „Saturday Night Town“, weil das Nachtleben ein unvergessliches Erlebnis war. Die Saloons waren randvoll und es wurde bis in die Morgenstunden abgefeiert. 1950 als es keine Bodenschätze mehr gab, lebten hier noch zwei Einwohner. Tony und Annabelle waren Geschwister und führten ein Hotel und einen Kaufladen. Annabelle wurde „Dirty Annie“ genannt, weil …mehr darüber gibt es in Ausgabe 02/2019

Virginia City, Montana

Virginia City, Montana
©Murray Foubister/

Die Stadt im Gebiet von Madison County erlebte den größten Goldrausch in der Geschichte Montanas. 1863 wurde die erste Ausbeute entdeckt, die Goldsucher versuchten die Funde so lange wie möglich geheim zu halten und transportierten die Goldsäcke meilenweit in größere Städte bis sie eines Tages verfolgt wurden. Die Neuigkeiten verbreiteten sich schnell und obwohl zu dieser Zeit Bürgerkrieg herrscht, lebten ein Jahr später fast 10.000 Menschen aus aller Welt in Virginia City.

Um sich vor Raub zu schützen wurde eine Bürgerwehr gegründet, die eine Bande bekämpfen musste, die vom ortansässigen Sheriff angeführt wurde. 1865 wurde die Stadt zur Hauptstadt von Montana ernannt. Als der Boom vorbei war, zogen die Siedler in umliegende Orte, wo sie auch Gold fanden. So wurde das zwei Stunden entfernte Helena zur Hauptstadt.

Heute ist Virginia City eine gut restaurierte Ghost Town, die man sehr schön auf einer Pferdekutschentour besichtigen kann. Bei strahlend blauem Himmel fahren wir mit schnaubenden Pferden wie im „Wilden Westen“ vorbei am „Hangman’s Building“, wo der korrupte Sheriff …mehr darüber gibt es in Ausgabe 02/2019

Glenrio, Texas/New Mexico

Glenrio, Texas/New Mexico
©Peer Lawther/CC

Wer sich auf der Route 66 zwischen Texas und New Mexico befindet, kommt am zerfallenen Örtchen Glenrio vorbei. Ins Leben gerufen wurde die heutige Geisterstadt durch die Chicagoer Rock Island and Gulf Railway, deren Eisenbahnstrecke durch die Gegend führte. Zunächst bewirtschafteten hier Kleinbauern das Land, es folgten Weizenfarmen, dann Rinderfarmen und die Bahn begünstigte schließlich Viehtransporte. Aufgrund der Lage der beiden Grenzstaaten Texas und New Mexico, gab es lange Kämpfe um das Steuerrecht.

Die Gemeinde wuchs auf etwas seltsame Art, so stand zum Beispiel das Postamt in New Mexico, doch die Post erreichte das Eisenbahndepot auf der texanischen Seite, wo auch die Tankstelle lag, weil der Benzinsteuersatz hier niedriger war. Mit der Zeit entstanden Baumarkt, Cafés, Lebensmittelgeschäfte, ein Hotel und ein Zeitungsverlag. Mit dem Bau des nationalen Straßensystems und der Schließung der Bahn erlitt Glenrio den …mehr darüber gibt es in Ausgabe 02/2019


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